Mittwoch, 7. Oktober 2015

Tagebuch des Endbosses

Hey liebste Auserwählte! Hier schreibt euer Endboss Glasmond.

Nachdem sich mein Zustand leider nicht wirklich dauerfristig verbessert und ich ohnehin sehr viel auf Offenheit meinen Auserwählten gegenüber gebe, möchte ich heute ein bisschen darüber schreiben. Zum einen, um euch noch ein wenig mehr Einblick hinter unsere Kulissen zu ermöglichen, zum Anderen aber auch, weil ich weiß, dass es einigen von euch ähnlich geht, und ich über die Jahre gelernt habe, dass man Menschen am besten hilft, wenn man ihnen zeigt wie und dass man kämpft.




Vor etwa einem Jahr begann es, mir körperlich und seelisch immer schlechter zu gehen. Ich kam kaum noch aus dem Bett, konnte nur noch wenig Glück empfinden, hab kaum noch Sinn im Alltag gesehen. Da ich eine Kämpfernatur bin, habe ich versucht mit Sport, gesunder Ernährung, Lichtherapie, verschiedenen grünen Tees usw entgegen zu wirken, aber das half - wenn überhaupt - immer nur sehr kurzfristig, für einige Stunden vielleicht, höchstens einen Tag.

Ich hatte täglich Migräne (bei der nichts half, kein Schmerzmittel, nicht Literweise Wasser, nichts), irgendwann täglich Bauchschmerzen und meine Beine taten mir zuerst sporadisch, dann chronisch weh.

Nach unendlich vielen Arztbesuchen dann die Diagnosen - neben einer Laktoseintoleranz hatte ich auch Zölliakie (Glutenintoleranz), Lipödem (eine Erkrankung der Fettzellen in den Beinen, ein wenig wie Elefantitis) und - you probably guessed it - Depressionen.

Vor allem die letzte Diagnose wollte ich nicht wahrhaben. Ich konnte und wollte es nicht glauben, und wehrte mich lange Zeit dagegen. Sagte mir: Jeder ist mal down, man hat immer die Wahl glücklich zu sein, und so weiter. Nachdem ich aber (unnötigerweise) alle meine Liebsten damit ängstigte, willigte ich einer Medikamenttheapie ein.

Nun lagen morgens allerhand Pillen auf meinem Frühstücksteller, unter anderem eben auch Antidepressiva, die ich alle nur widerwillig schluckte. Wie gesagt, ich bin eigentlich eine Kämpfernatur die sagt "Ich selbst bin für mein Leben und meinen Zustand verantwortlich" - wohlmöglich ein Grund, weswegen ich so lange durchgehalten habe. Denn den Ärzten zufolge schien es ein Wunder zu sein, dass ich bei so vielen unbehandelten Schmerzen und chronischen Krankheiten überhaupt noch Antrieb für irgendwas fand. Eine Aussage, die meiner Meinung nach etwas arg formuliert ist, gibt es schließlich Menschen die ein weitaus weniger gesegnetes Leben als ich haben, aber was soll's.

Die ersten Tage waren schwer - ich hatte das Gefühl, dass die Antidepressiva meinen Geist verwirren, meine Persönlichkeit ändern. Ich konnte kaum noch irgendwelche Gedanken bei mir behalten. Ich fühlte mich seltsam Distanziert von mir selbst.
Nach einer Weile aber wurde es besser, und ich fühlte, wie nicht jeder kleinste Stress zu einem Nervenzusammenbruch führte. Ich konnte morgens wieder besser aufstehen, hatte wieder haufeweise Glücksgefühle am Tag (wenn Essen lecker schmeckt, wenn etwas gut riecht, wenn ein Fremder einen anlächelt, wenn man etwas Schönes sieht), freute mich wieder auf die Arbeit.

Allerdings ist es immer noch nicht so, wie es sein sollte. Ich weiß nicht genau, ob das an der falschen Mediaktion liegt, oder an den Problemen, mit denen ich momentan zu kämpfen habe, aber ich denke es ist letzteres. Leider gab es nämlich in den letzten Wochen und Monaten viel Verat und Intrigen in meinem engeren Freundeskreis...

Das war - und ist - für mich eine sehr schwere Situation, weil ich nach vielen, sehr schlimmen Schicksalsschlägen und viel Zeit endlich wieder Vertrauen zu meinen Freunden aufgebaut hab, mir mit ihnen und dem ITEM SHOP ein neues Leben verschafft habe. Meine Freunde haben mir alles bedeutet. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles schaffen könnte, so lange ich diese Menschen um mich herum habe, die mich verstehen und fühlen und respektieren. Das Gefühl ist halt jetzt nicht mehr da, und irgendwie tauchen dadurch alte Geister aus meiner Vergangenheit auf. Misshandlungen, Sexueller Missbrauch, Überfälle, Gewalttaten, Mobbing, und so weiter. Ich hasse es. Ich dachte eigentlich, ich hätte das alles gut verarbeitet.

Und dann frage ich mich: Ist es nicht eigentlich total egoistisch von mir, meinen Erfolg und Elan so von anderen Menschen abhängig zu machen? Und wem kann ich noch glauben? Wer meint es ehrlich mit mir? Wie kann ich herausfinden, wer es gut mit mir meint? Bin ich vielleicht schuld, dass niemand sicht traut, mir ins Gesicht zu sagen, was er von mir hält? Oder ist es rechtens, dass ich es unverzeilich finde dass man sich bei mir eine schöne Zeit macht, während man mit anderen darüber spricht wie toxisch ich wäre? Werde ich mich überhaupt jemals vor solchen Menschen schützen können? Und wenn nicht, werde ich das überstehen? Sollte ich vielleicht gleich ein einsames Leben führen, obwohl das absolut nicht meiner Natur entspricht? Darf ich überhaupt "jammern"? Darf ich mich überhaupt schlecht fühlen, wenn so viele von diesen Menschen so viel für mich getan haben? Wenn es so viele Menschen so viel schlechter als ich habe? Wie viel Niedergeschlagenheit kommt von außen, wie viel von der Depression? Und so weiter.

Alles schwere Fragen, die ich seit einer Weile versuche mit mir zu klären. Auf die ich noch keine richtige Antwort gefunden habe. Weshalb ich mich seit Wochen im Stillen halte, meinen Kunden gegenüber, meinen Geschäftspartnern und auch teilweise Freunden und Angestellten. Dabei steht alles so sehr auf der Kippe. Es ist nämlich so, dass ich seit der Super Geek Night (auf welcher die Intrigen ihren Höhepunkt erreicht haben), nicht mehr Arbeiten kann. Ich versuch es immer wieder, aber mein Körper schreit förmlich auf. Die Symptome sind starke Übelkeit, Kopfschmerzen, Angstzustände, Müdigkeit sobald ich mich an meinen Arbeitscomputer setze oder andere Dinge für den ITEM SHOP tue. Darunter leider der Shop und die Kontakte natürlich sehr...

Ich werde deswegen demnächst mal wegfahren. Vielleicht für ein paar Tage, vielleicht für längere Zeit. Mich mal wieder finden. Sehen, was ich liebe, was ich brauche, was ich will. Ich muss einfach noch ein wenig überleben, am Ende wird sich vieles herausstellen. Und dann sehe ich, wie ich weiter machen will.

Aber ihr sollt wissen: ich liebe den ITEM SHOP. Ich liebe seine Community. Ich liebe meine Auserwählten. Und das wird sich auch nie ändern.

Übrigens... Was ist Soma bitte für ein geiles Spiel? Hammer. Super Plot, die Spannung steigt rapide an, schöne Grafik, geile Gegnerdesigns... Wahhh und so spannend. Als ob Amnesia und Dead Space ein Baby gemacht hätten.

Liebste Grüßchen und viele EXP,




PS: Wenn es euch ähnlich ergeht und euch schon seit längerer Zeit der Antrieb fehlt oder ihr gar intensive Gedanken habt, wie ihr euer Leben beenden könnt, sucht euch Hilfe. Medikation kann gut sein, aber vor allem Therapie ist wichtig. Es dauert of ein wenig, bis man den richtigen Therapeuten gefunden hat (ich habe viele Anläufe gebraucht), aber es wird euch helfen. Fresst eure Sorgen nicht in euch hinein oder zwingt sie Freunden auf! Sucht hierfür Menschen, die darauf spezialisiert sind, euch zu fühlen und zu helfen.

Hier ein paar Anlaufstellen:
Krisendienst München: 089 7295960
TelefonSeelsorge: 0800/1110111
SuchtHotline: 089 282822
Frauennotruf: 089 763737

Krisenchat: http://kummerchat.com/

Kommentare:

  1. Liebe Raphaelle,
    du bist eine tolle Person, die so viel erreicht hat im Leben, wovon andere nur träumen können. Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht! JEDER darf sich schlecht fühlen, das ist absolut menschlich. Nur weil es andere vielleicht noch schwerer haben, heißt das nicht, dass man seinen eigenen Kummer zurückstecken muss.
    Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um wieder gesund zu werden :) Wenn du jemanden zum Reden brauchst, sag Bescheid <3

    Ganz liebe Grüße
    Novembertochter (oder auch Nici Ähm)

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  2. Hallo,
    Ich hatte nach Überarbeitung ziemlich starke Depressionen (Selbstmordgedanken, alkoholmissbrauch, musste antidepressiva eine längere Zeit nehmen). Eine Therapie hat mir sehr geholfen wieder mit mir ins Reine zu kommen. Dort wird ein Therapeut auch mit jemandem über seine Beziehung zu Freunden oder Geschäftspartnern reden. Kann ich dir nur empfehlen.

    Ich hoffe sehr für dich, dass du wiederkommst und dich vollständig erholst. Es ist ein längerer Prozess..

    Anbei möchte ich sagen, auch wenn ich und diverse Freunde nicht zu eurem erweitertem Freundes/Associates/GeekKreis gehören, glaubst du gar nicht, wie toll wir es finden, dass ihr solch einen Laden aufgebaut habt und am Leben haltet.

    Euer Laden ist mindestens für Geeks und Nerds ein Stück München bzw. Münchner Kultur, dass keiner missen möchte. Und die Associates dieser Gruppe haben es erheblich leichter Geschenke zu finden, weil man sie da direkt hinverweisen kann :>

    Gute Besserung und viele Grüsse

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  3. Ich glaube, ich kann vieles, was du schreibst, gut nachvollziehen und selbst wenn ich es vielleicht nicht kann, sende ich dir ein paar virtuelle Hugs <3 Du bist eine tolle Person und auch wenn wir uns kaum kennen habe ich dich sehr gerne <3 Du schaffst das! Auch, wenn das viel leichter gesagt ist, als getan: Versuche oft auf das zurückzublicken, was du alles aus eigener Kraft geschafft hast und nicht auf die schlimmen Erlebnisse aus deiner Vergangenheit. Damit meine ich nicht nur den Shop, du hast so viel positiven Einfluss auf sososo viele Menschen, alleine schon durch Beiträge wie diesen.
    Ich wünsche dir viel Kraft durch die Depressionen zu kommen, leider lassen die sich ja nicht einfach weg-positiv-denken. Nimm dir Zeit für dich und fühl dich nicht egoistisch, sich selbst zu vergessen ist für niemanden gut.

    Alles Liebe,
    Tetra/Annabell

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  4. Liebe Glasmond,

    ich kenne dich leider nicht persönlich, aber ich lese dein Blog und habe das Gefül dich ein wenig zu kennen. Du bist großartig, lass dir nichts anderes einreden! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ich leide seit vielen Jahren an Depressionen, dass es wieder besser wird. Halte bis dahin durch und fühle dich umarmt. Ich bin in Gedanken bei dir.

    Applecore (Diana)

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  5. Das erklärt allerdings ein paar Sachen. Riesen Respekt vor dem Mut für den Eintrag!

    Rein zufällig höre ich gerade einen Podcast zu dem Thema. Für alle, die mit der Thematik wenig/nichts anfangen könne, sehr zu empfehlen. Es gibt auch dort einiges an "Hilfe", und sei es nur, dass man sich seines Problems bewusst wird.

    http://www.wrint.de/2015/09/26/wr476-sven-menckes-kopfsache/

    Ich wünsche dir einfach nur sehr eine gute Besserung, den anderen habe ich kaum etwas hinzuzufügen...


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  6. Nimm dir die Zeit die du brauchst! Ich hoffe es geht dir bald besser <3

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  7. Liebe Glasmond,
    ohje, das ist echt harte Kost, die dir das Leben verabreicht. Es ist gut und wichtig, dass du eine Kämpferin bist, aber übereile es nicht, Heilung braucht Zeit. Ich wünsche dir alles Gute.

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  8. Danke Raphaelle, dass du so offen über dieses oft totgeschwiegene Thema sprichst. Sowohl ich sebst, als auch engste Familienmitglieder und Freunde, sowie mein Partner haben in der Vergangenheit Probleme mit Angsstörungen, Depressionen und anderen psychischen Krankheiten, in Verbindung teils auch mit körperlichen Krankenheiten gehabt oder tun es noch. Für alle diese Menschen hast du hier einen wichtigen und offenen Beitrag geleistet! Ich wünsch dir jetzt einfach nur, dass du das alles ohne größere Wunden durchstehst und innerlich heilen kannst ♥ Stay strong, Gurrrl!
    Liebst
    Helen (Insta: _foxwithcatears_, treue Item Shop Kundin, die leider zu selten nach München kommt)

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  9. Hey Glasmond,
    komisch solche Blog einträge. Ich bin dir noch nie begegnet, aber meine dich ein wenig zu kennnen. Ich finds unheimlich mutig von dir so offen über dich zu sein. Ich konnte das in meiner schwersten Zeit nicht. Ich habe das für mich behalten und von mir nichts anmerken lasssen. Das hatte zur folge das ich mich nicht mehr öffnen kann. Man kann es einfach nicht richtig machen wenn es um depressionen oder sonstiges geht. Mir ging es zumindestens besser als ich erfahren habe was ich für eine Krankheit habe. Als der Feind ein Gesicht hatte. Das ist jetzt ein paar Jahre her und ich bin mir sicher das einen das niemals loslassen wird. Man muss nur lernen damit umzugehen. Ich will nicht sagen das ich froh drum bin, aber am Ende macht es mich zu dem wer ich bin. Marcel Proust sah das genauso. Ein französischer Autor der zu seinen Lebzeiten nichts erreicht hat. Er war am Ende seines Lebens der Meinung, dass die Jahre in denen er gelitten hatte, die besten seines Lebens waren. Die in denen er glücklich war, waren totale Verschwendung. Da hat er nichts gelernt.
    Ich würde es nicht so extrem ausdrücken, doch es ist was dran. Vielleicht findest du für deine ganzen Fragen irgendwann eine Antwort. Dann bist du schlauer als zuvor, so viel kann ich sagen. Ich kann dir nur aus Erfahrung sagen das es nicht leicht wird. Ganz im Gegenteil. Aber wer mag schon etwas auf Easy-Mode spielen. ;)
    Wenn du verreisen willst dann kann ich dir den Jakobsweg ans Herz legen. Okay, vielleicht die falsche Jahreszeit, aber ich weiß aus Erfahrung, dass wenn man 800 Kilometer läuft viel Zeit zum nachdenken hat und wenn man erschöpft ankommt, dann wette ich, freut sich der deprimierteste Mensch der Welt über ein Bett und eine warme Mahlzeit. Man lernt die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. Eine Unterkunft, essen und vor allem Gesellschaft.

    Das war es von mir unbekannterweise. Ich wünsch dir alles Gute und viel Kraft. Vielleicht begegnet man sich ja mal beim leveln im ITEM SHOP. Ich für meinen Teil würde mich freuen.

    Liebe Grüße
    Herr Mundgeruch

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  10. Oh, Himmel. Ich weiß noch wie überragend freundlich du uns auf der Geek Night Loot Bags und Co. überreicht hast. Und das also, obwohl sich im Hintergrund anscheinend ein Vulkanausbrauch an menschlichem Drama abspielte. Oh, Himmel.
    Falls es zumindest ein Hauch Trost ist, ich hab an dem Abend zu 99% nur glückliche ausgelassene Menschen um mich herum erlebt. Wenn es bei den Besuchern Zickenkriege und Co. gegeben haben sollte, ist zumindest mir das nicht aufgefallen. Meine beiden Freunde mit denen ich da war brachten auch noch jemand Drittes mit, der spontan zusagte. Ich kannte ihn bisher nur vage, wusste aber dass jener größere psychische Probleme hat; meine beiden Freunde meinten hinterher allerdings sie hätten ihn noch nie so fröhlich und lebendig erlebt wie auf der GN.
    Und Ongaku no Kara haben die Geek Night bei ihrem Auftritt auf der Connichi 2015 auch erwähnt! Sie fragten zudem in den Saal wer dort gewesen ist, und ein paar Hände gingen hoch.

    Ansonsten - was kann ich sagen? Ich folg dir nun im Net schon in etwa seit dein French Toast Comic lief, und auch wenn wir nicht immer dieselbe Wellenlänge haben was die Ansichten über die Dinge des Lebens angehen bewundere ich dich und nehme an deinem Schicksal Anteil. Auch hab ich wie du schon etliche psychische Ohrfeigen kassiert (und es tut mir elend leid für jede die ich unbewusst oder gar bewusst ausgeteilt habe). Trotzdem immer wieder aufzustehen und weiterzumachen ist nicht normal sondern Lebenskunst. Trotzdem immer wieder aufzustehen und zu zeichnen, zu schreiben, Musik zu spielen, einen Laden aufzubauen erst recht. Lass uns bitte noch lang, lang, lang Bewunderer von deiner Kunst sein!

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  11. Hi Glasmond,
    ich bin durch einen totalen Zufall auf Deinen Blog geraten und dann irgendwie hängengeblieben obwohl oder gerade weil ich null Komma nichts mit der Geek- oder polyamorösen Szene zu tun habe...

    Aber Deine Worte machen mich betroffen, es tut mir sehr leid wie es Dir geht!

    Besonders hängengeblieben bin ich eben an Deinem Satz oben, ob es vielleicht egoistisch sei Dein Wohlbefinden von anderen Menschen abhängig zu machen. Dazu möchte ich Dir sagen: Keine Ahnung ob egoistisch oder nicht aber es ist auf jeden Fall falsch!! Was Dich nicht runtermachen soll, denn eins der Probleme unserer Zeit ist, dass die meisten Menschen Ihr Glück versuchen über externe Dinge (meist Karriere, Geld, Erfolg - bei mir auch. Aber andere Personen gehören auch zu diesen externen Dingen) zu finden. Dabei sind sich wohl so ziemlich alle Philosophen etc einig, dass das ein Holzweg ist.
    Vielmehr ist es wichtig mit sich im Reinen zu sein bzw zu kommen. Und dafür ist ein Rückzug (wie Du es oben ja auch ankündigst) EIN richtiger Weg bzw guter Bestandteil. Es geht ja darum sich selbst besser kennenzulernen und mehr mit sich in Kontakt zu kommen und dabei helfen Meditation und 1- mehrere Tage in der Stille. Gerade mit bis zu 5 Tagen in der Stille habe ich selber viel gute Erfahrung gemacht. Und auch eine morgendliche Meditation von grad mal 12min kann ein wertvoller Baustein sein. Klingt vielleicht zu einfach um wahr zu sein (und es ist ja auch nicht so, dass diese beiden Sachen alle Probleme lösen würden sondern sie sind eher ein erster Schritt) aber es ist doch überraschend schwierig das wirklich in den Alltag zu integrieren. Mir zumindest ist das noch nicht nachhaltig gelungen aber ich unternehme grad wieder einen neuen Anlauf...

    Wenn Dich diese Richtung weiter interessiert schreib mir gerne an clemensboeckel@yahoo.de und ich kann Dir Bücher dazu empfehlen. Aber ich weiß ja nicht, ob Du eine "Leserin" bist.

    Mist, ich bin grad in Indien und wollte checken ob ich Internet habe indem ich "labermali" in Google eingegeben habe. Dann bin ich wie gesagt hier hängengeblieben und habe noch einiges mehr als das oben hier reingeschrieben aber als ich es dann abschicken wollte war das Internet wieder weg (das ist hier immer so eine Sache...) und mein Text damit auch... Ich hatte immerhin den oberen Teil mal zwischengesichert aber nun habe ich keine Zeit alles nochmal zu schreiben...
    Also Raphaelle, schreib mir ne Email wenn Du mit dem oben geschriebenen irgendwas anfangen kannst und ich werde das weitere nochmal rekonstruieren, take care,

    Dein Clemens.

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  12. hey :)

    weisst du, auch wenn es fies klingt..
    aber du wirst noch sehr oft verraten werden von menschen, die dir nahe stehen. das hab ich leider immer und immer und immer wieder erfahren müssen. aber ich sag dir eins. such den fehler nicht bei dir. du bist sicher nicht perfekt, aber die anderen sind es ebenfalls nicht. mach dein glück nicht von anderen abhängig. lass nicht zu, das es dir schlecht geht, das sind diese menschen doch gar nicht wert.
    ich weis wie schwer es iwann ist, wieder zu vertrauen. vielleicht ist es auch gut so, nicht sofort zu jedem vertrauen zu fassen - so sehr man das will, aber die menschen sind nunmal leider nicht so gut, wie man es sich wünscht. man lacht dir ins gesicht, nur um dir 5 messer in den rücken zu rammen, sobald du kurz unachtsam bist.

    versuch deinen frieden mit dir selbst zu machen. steh zu dir und gib n scheiss auf die, die dich verletzen. ignorier leute, die dich nicht mögen. das klingt leichter als es ist, natürlich. ich weis, das ist hart, aber irgendwann wird da eine gewisse routine draus. freu dich über die menschen, die bei dir sein wollen. verlang es aber von keinem. erzwingen kann man leider nichts.

    thema depression macht alles nur noch schwerer, ich kenn das sehr gut. war schon oft kurz davor, mich selbst in die klinik einzuweisen, hab es aber bis heute (bin fast 29) nie getan. weil ich auch kämpfe. nur manchmal schafft man es nicht. man ist immer mal stärker und mal schwächer. man ist immer mal verletzlicher als zu anderen zeiten.

    ich finds gut, das du so offen damit umgehst. aber erwarte nicht, das jeder aufspringt und dir zur helfe eilt. und erwarte nicht, das leute, die in schlechten zeiten zu dir stehen, es auch in guten tun. (manche rühmen sich im unglück anderer und hauen ab, wenns dir gut geht).

    achte auf dich, du kannst es von keinem sonst erwarten. versuch auch ohne die menschen um dich herum klar zu kommen, umso mehr weisst du die paar richtigen freunde auch zu schätzen, umso leichter fällt es, falsche freunde los zu lassen.


    ich wünsch dir alles gute.

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